Bericht über das Jubiläums-Schützenjahr 2000

Unser Jubiläumsjahr eröffneten die Jungschützen am 9. Januar 2000 mit dem Dreikönigs-Schießen. Leider beteiligten sich daran nur sehr wenige Jugendliche. Dafür wurde aber um die Pokale und Spitzenplätze hart gekämpft. Den Albert-Ständer-Pokal gewann Stefan Arnold, Rheinische Jäger, mit 85 Ringen deutlich vor Sven Kirschey, Marine-Tambour-Korps, mit 81 und Mirko Zschornack mit 76 Ringen. Das Just-For-Fun-Schießen auf die niedrigste Zahl, bei dem eine Fahrkarte gleich 10 Ringe ergibt, gewann Silke Viehoff, Rheinische Jäger, mit 8/9 Ringen vor Stefanie Stöcker mit 8/15 Ringen. Den 3. Platz erreichte Alexander Hohmann, Marine-Tambour-Korps, mit 11 Ringen. Erfreulich war an diesem Schießen - trotz der geringen Beteiligung - die sportliche Begeisterung und faire Stimmung bei den Beteiligten.

Am 15. Januar 2000 feierte die Stamm Gesellschaft ihr Jubiläums-Titularfest in besonders festlichem Rahmen mit einem feierlichen Hochamt in unserer Patronatskirche St. Maria unter dem Kreuze. Die Pfarrkirche war sehr gut besucht, so dass Kamerad Hans Peter Jansen vor einer stattlichen Zahl von Anwesenden ein feierliches Hochamt feiern konnte. Mitzelebranten waren Bezirkspräses Dechant Friedhelm Keuser und unser früherer Präses Pfarrer Karlklemens Brabeck, deren Teilnahe uns Schützen sehr erfreut hatte.

Neben der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes war die Predigt von Pfarrer Hans Peter Jansen (Stamm Gesellschaft) über einen Baumstamm, der als Symbol für die Zusammenhänge der bruderschaftlichen Tradition in unserer Bruderschaft gesehen werden sollte, ein ausdrucksstarker Höhepunkt.

Die Vorstände aller Gesellschaften waren anschließend zum Empfang in ,,Juppes Pann" eingeladen. In dem vollbesetzten Saal begrüßte der 1. Vorsitzende Herbert Merks alle Gäste und überreichte der Gesellschaft eine neue Hauptmannskette. Der Bundesschützenmeister Hermann Macher übermittelte die Grüße des Bundes der historischen Deutschen Schützenbruderschaften, unser Chef Heinz Schulten gratulierte der Stamm Gesellschaft im Namen der Bruderschaft. Oberbürgermeister Joachim Erwin überbrachte die Grüße der Landeshauptstadt Düsseldorf und Heinz Baumgarten stellte sein Buch ,,Der gemeinsame Weg durch die Zeit" vor. Viele der Anwesenden freuten sich, dass sie dieses Buch im Anschluß an die Vorstellung als Geschenk erhielten. Als Dank und Anerkennung verlieh unser OB Joachim Erwin dem Initiator dieses Buches Heinz Baumgarten als erstem eine neu geschaffene Ehrengabe der Stadt, die Nachbildung des Düsseldorfer Stadtsiegels aus dem Jahre 1363.

Alle Gäste wurden hervorragend bewirtet und hatten noch viel Zeit für Gespräche. Es war ein unvergeßlicher Tag. (Über das gesamte Titularfest hatte die Stamm Gesellschaft ausführlich bereits in unserem vorjährigen Visier, Jubiläumsausgabe 2000, ab Seite 45 berichtet).

Die Gesellschaft Marine feierte am folgenden Tag, dem 16. Januar 2000, ihr 50 jähriges Bestehen mit einem Empfang im evangelischen Gemeindehaus am Röttchen. Der 1. Vorsitzende Klaus-Peter Ross hielt einen Rückblick auf ,,50 Jahre Gesellschaft Marine". Jeder Gast erhielt ein Erinnerungsgeschenk. Unser 1. Chef bedankte sich in einer kurzen Rede für 50 Jahre Treue zur Bruderschaft. Das Marine-Tambour-Korps spielte zur Unterhaltung auf und der ,,Shantychor Neuss" brachte wunderschöne Seemannslieder zu Gehör. Das Labskausessen schmeckte wieder hervorragend, dafür noch einmal ein kräftiger Dank an Friedrich Wendel und sein Team.

Sonntag, der 23. Januar 2000, Jubiläums-Titularfest der Bruderschaft.

Um 09.00 Uhr war Antreten zum Kirchgang am Bruderhaus ,,Zur Klinke" für das gesamte Regiment. Unter Anführung des Marine-Tambour-Korps zogen die Schützen erwartungsvoll zur Unterrather Pfarrkirche St. Maria unter dem Kreuze. Viele hatten nämlich vom Titularfest der Stamm Gesellschaft gehört, dass mehrere Chöre dort eine großartige Messkomposition gesungen hätten.

Mit einem großen Orgelvorspiel begann dann in der Kirche ein feierliches Jubiläumshochamt, das Kaplan Funke - selbst ein Schützenmitglied aus Wersten - zelebrierte, weil Pfarrer Schmidt wegen langanhaltender Krankheit zur Kur war. Zum Zweck dieser beiden Titularfeiern in Unterrath hatte sich eine Chorgemeinschaft gebildet, bestehend aus den beiden Marienchören Unterrath und Lichtenbroich und dem Brunochor sowie den Männerchören der Eintracht und der Concordia in Unterrath. Diese Chorgemeinschaft hatte in wochenlanger Probenarbeit speziell für dieses Titularfest 2000 eine Messkomposition von Charles Widor für 3stimmigen Männerchor, gemischten Chor und 2 Orgeln einstudiert und in beachtlicher Form den festlichen Gottesdienst mitgestaltet. Noch beim Frühschoppen anschließend im Antoniusheim waren viele unserer Kameraden von dieser erhebenden Vorstellung angetan.

Unser Königspaar Hermann und Uschi Schmitz bewirteten uns mit Kaffee und belegten Brötchen. Danach begrüßte der 1. Chef unser Königs-, Kronprinzen- und Pagenkönigspaar sowie alle anwesenden Schützen und bat um eine Gedenkminute für unsere verstorbenen Schützenbrüder. Zu Mittag gab es eine hervorragende Gulaschsuppe, von Hermann und Uschi gespendet. Das MTK und die Kapelle Werner Bendels unterhielten uns im Wechsel oder gemeinsam mit herrlichen Musikstücken. Es war ein freundliches und schönes Titulartest.

Am 29. Januar feierte die Stamm Gesellschaft mit geladenen Gästen im Hotel ,,Holiday Inn" ihren Jubiläumsball. Die Gäste erfreuten sich an einem guten Showprogramm und zündender Musik zum Tanzen. Aber auch das kalte und warme Bufett mit auserlesenen Speisen muß erwähnt werden, man konnte einfach nicht alles genießen. So vergingen die Stunden in einer angenehmen Umgebung mit Erzählen, Essen, Trinken und Zuhören.

Ein abgerundetes Erlebnis, ein herzliches Dankeschön der Stamm Gesellschaft, besonders dem Vorbereitungsteam.

Das Regimentspokalschießen am Samstag, dem 5. Februar, war sehr interessant. Den Hans-Scheuten-Pokal gewann die Gesellschaft Graf Waldersee mit 338 Ringen vor der Garde-Schützen-Ges. mit 333 Ringen. Danach folgten das Artillerie-Korps mit 332 und das MTK mit 331 Ringen. Diese Ergebnisse sind schon sehr beachtlich knapp. Bei den Einzelergebnissen staunt man noch mehr. Die ersten 4 Schützen erreichten jeder 86 Ringe und die drei nächsten 85 Ringe. Beim Fritz-Neuhaus-Pokal lagen die Garde-Schützen vor der Ges.Graf Waldersee, aber beide erzielten 327 Ringe, spannend genug. Den Heinz-Baumgarten-Pokal entschied die Stamm Gesellschaft mit 252 Ringen für sich vor dem MTK mit 251 und den Garde Schützen mit 245 Ringen. Im Hermann-Schmitz-Pokal (50 m K.K.) war das Ergebnis: 1. Artillerie-Korps mit 320 Ringen, 2. Stamm Gesellschaft mit 311 Ringen und 3. Garde Schützen mit 310 Ringen.

Am Dienstag, dem 22. Februar, trafen sich die Jungschützen zum Regiments-Jugendpokalschießen. Uberraschend war die rege Beteiligung. Es waren nämlich Jungschützen gekommen, die mal eben einen Pokal erringen wollten und auch Ehrgeiz hatten. Sie wunderten sich dann und hatten ihren Spaß daran, dass die Wettbewerbe so spannend wurden. Den Karl-Heinz-Schmitz-Pokal (freihand) gewann Sascha Cremer (Artillerie-Korps) mit 79 Ringen ganz klar vor Alain Assmann (MTK) mit 64 und Stefan Arnold ebenfalls mit 64 Ringen. Den Norbert-Hünemeyer-Pokal sicherte sich Sven Kirschey (MTK) mit 86 Ringen. Danach folgten Sascha Cremer mit 84, Stefan Arnold (Rhein.Jäger) mit 83 und Mirko Zschornack (MTK) mit 81 Ringen. Beim Schießen um den Heinz-Vossen-Pokal lautete die Reihenfolge: Alexander Hohmann (MTK) 76, Heike Geschwandtner (Schill'sche Offiziere) 74, Keith Mitchell (Grenadiere) 73 und Kerstin Geschwandtner (Schill'sche Offiziere) 69 Ringe. Sieger im Ralf-Koenen-Pokal wurde Sven Kirschey (MTK) mit 85 Ringen vor Sascha Cremer (Artillerie-korps) mit ebenfalls 85 und Stefan Arnold (Rhein. Jäger) mit 82 Ringen. Allen Teilnehmern gilt unser Glückwunsch.

Am 17.3.2000 fand die Generalversammlung im Antoniusheim statt. An diesem Abend wurden der 1. Schriftführer Thomas Schwarze (Hubertus Jäger) mit 125 Ja-Stimmen (von 146 mögl.) für 5 Jahre, der 2. Platzmeister Olaf Köntgen (Ges. Marine) mit 140 Ja-Stimmen (von 145 mögl.) für 4 Jahre und der Major IV Bataillon Alex Sokolski mit 135 Ja-Stimmen (von l45 mögl.) für 4 Jahre - alle ohne Gegenkandidaten - wiedergewählt. Weiter wurde ein Antrag des Kronprinzen Björn Kirschey betreffend eine Änderung der Schießordnung für den Kronprinzenvogel ohne Gegenstimme angenommen.

Am Samstag, dem 18. März 2000, wurde die Pfarrkirche St. Bruno nach langen Renovierungs- und Umbauarbeiten wieder eröffnet. Um 17.00 Uhr begann der festliche Gottesdienst, bei dem die Fahnengruppen unserer Unterrather Schützengesellschaften hinter den Chören postiert einen herrlichen Hintergrund darstellten. Die Schützen selbst waren in großer Zahl erschienen - davon viele, die besonders die erneute Aufführung der großartigen Widor-Messe vom Titularfest noch einmal miterleben wollten.

Unser Regimentsschießmeister Wilfried Stellhorn (Garde Schützen) gewann beim Offiziersschießen am 6.5.00 den Albert-Ständer-Pokal (50 m K.K.) mit 29 Ringen und wurde auch noch König der Offiziere.

Eine Fronleichnamsprozession fand in diesem Jahr in Unterrath nicht statt. Der Stadtdechant hatte wegen des Heiligen Jahres alle Düsseldorfer Pfarreien gebeten, gemeinsam in der Stadtmitte an einer großen Prozession teilzunehmen.

Dafür standen aber am 25. Juni 2000 viele Schützen bereit, um mit einem Gottesdienst in der Petruskirche Pfarrer Karl Hermann Grünschlag in den Ruhestand zu verabschieden und ihm ihre Verbundenheit und Wertschätzung zu zeigen. (Lesen Sie dazu bitte den ausführlichen Bericht auf Seite 33 dieses Visiers).

Am 2. September traf sich im Schützenhaus wieder das Offizierskorps mit dem Oberst an der Spitze zum Offiziersball. Bei diesem Treffen kann noch manches ganz zwanglos besprochen werden und nach gutem Essen und Trinken läßt sich vieles erzählen und manchmal auch tanzen.

Der Pagenvater Herbert Burghaus hatte am 3. September für die Pagen ein Übungs- und Pokalschießen auf dem Schützenplatz ausgerichtet. Etwa 80 Pagen und fast 200 Erwachsene ergaben eine gute Teilnahme und sorgten für Stimmung. Für das leibliche Wohl mit kaltem und warmem Büfett sowie Kaffee und Kuchen sorgten Roswitha Burghaus mit Fritz und Hannelore Hackmann.

Am Nachmittag trafen sich alle ehemaligen Regimentskönige der Bruderschaft, um im Jubiläumsjahr einen Traditionskönig auszuschießen. Diesen Ehrentitel ,,Jubiläums-König" erstritt sich unser Regimentskönig von 1993/94 Horst Müller vom Marine-Tambour-Korps. Die Pfänderschützen erhielten ein Geschenk.

Am Freitag, dem 8.9.00, sollte das Festzeit geschmückt und dekoriert werden. Genügend Arbeit war vorhanden, aber leider keine Schützen zur Hilfeleistung. So durften Vorstandsmitglieder, der Oberst und die Ehrenmitglieder Albert Prinz und Rolf Koenen die Arbeiten erledigen.

Die erste Jubiläumsveranstaltung startete am 9. September 2000 im Festzeit als Jubiläumsball. Den musikalischen Teil bestritt hervorragend die Kapelle Lehnert mit Sängerin, so dass der Beginn schon die Stimmung steigen ließ. Aber es kam noch besser. Der Bauchredner Fred van Halen brachte die Zuhörer mit seinen Darbietungen, derb und nachdenklich, ganz feinsinnig oder hintergründig im Zusammenspiel mit seinem redenden Untier so überraschend in Schwung, dass viele sich vor Freude nicht auf den Sitzen halten konnten und er noch eine Menge Zugaben hervorzauberte. In diese begeisterte Stimmung hinein sang, tanzte, parodierte und wirbelte Roberto Blanco und brachte das Zell zum Kochen. Begeisterte Fans drängten sich vor der Bühne, ließen sich zeitweise von ihm zum Mitmachen auf die Bühne ziehen, tanzten Salsa mit ihm und verleiteten ihn zu immer neuen Zugaben, fast bis zur vollkommenen Erschöpfung. Es war ein tolles Erlebnis, das war in dieser Form nicht vorhersehbar gewesen.

Nach weiteren Unterhaltungs- und Tanzmusikstücken zelebrierte die Kapelle Lehnert noch eine tolle und mitreißende Mitternachts-Show. Alle, die diesen Abend miterlebt hatten, waren noch lange danach begeistert.

Am Sonntag, dem 10.9.00. hatte die Unterrather Bruderschaft Gäste und Gastvereine zum Empfang ins Lindner Airport-Hotel eingeladen. Der Saal war in Absprache mit der Hotelmanagerin, dem Vorstand und unseren Dekorateuren Eberhard und Oliver Koehn (Ges. Marine) dezent und stilvoll dekoriert. Dies wurde beim Eintritt sogleich von vielen Gästen gelobt. Der Chef Heinz Schulten begrüßte die Gäste und hielt einen kurzen Rückblick auf die Entstehung der bruderschaftlichen Traditionen und die Entwicklungen der neueren Zeit. Danach folgten Ansprachen vom Bezirksvorsitzenden des Rheinischen Schützenbundes Rudolf Krell und von Peter Justenhoven, der für die Interessengemeinschaft Düsseldorfer Schützenvereine (IGDS) gratulierte. Prälat Dr. Heiner Koch hielt anschließend ein beeindruckendes Kurzreferat über das zukunftsweisende Thema: ,,Glaube, Sitte, Heimat, wie tragen wir diese Werte in das neue Jahrtausend". Für diese einprägsame und lebendige Ansprache erhielt er langen Beifall. Dr. Koch ist der Bundespräses des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Von hier aus noch einmal ein herzlicher Dank an Dr. Koch für sein Kommen. Bürgermeisterin Marlies Smeets, die auch Protektorin unseres Marine-Tambour-Korps ist, trug den Dank der Stadt Düsseldorf vor. Von der St. Sebastiani Bruderschaft Ratingen überbrachte der Chef Karl Heinz Schneider die Glückwünsche. Danach bedankte sich Heinz Schulten bei allen Anwesenden für ihr Kommen. Einen besonderen Dank richtete er an Herrn Hans-Bert Kranz, Verkaufsleiter der Brauerei Schlösser, die den Empfang im Lindner Hotel gesponsort hat. Ein herzliches Dankeschön galt allen Mitarbeitern des Lindner Hotels für die freundliche Bedienung, die sie danach auch bei einem kleinen lmbiß und am Büfett zeigten.

Um 17.00 Uhr versammelte sich das Regiment zum Generalappell im Festzelt. Nach Besprechungen zum Schützenfest und Fragen zum Regimentsbefehl wurden Beförderungen ausgesprochen, Auszeichnungen der Pokalsieger und Mannschaften folgten. Die Bedienung erfolgte durch Königskompanie Freischütz Gesellschaft. Der Generalappell war überraschend gut besucht.

Samstag, den 16. September 2000, Schützenfest

Um 14.00 Uhr begannen die Pagen ihr Königsschießen mit der Armbrust auf dem Schützenplatz. Schießmeister und Pagenvater mit ihren Helfern hatten alle Hände voll zu tun. Platzkonzert um 16.00 Uhr zum Auftakt der Festtage in Lichtenbroich vor der Gaststätte ,,Zum Goldenen Bock" mit dem Marine-TambourKorps und der Kapelle Bendels. Um 17.00 Uhr eröffneten die Tambourkorps Derendorf und Duisburg-Buchholz mit den Kapellen Bendels und Gerresheimer Blasmusik ein Platzkonzert an der Piwipp, Gaststätte ,,Op't Eynde.

17.45 Uhr Abmarsch zur Brunokirche. Wegen des unbeständigen Wetters fand der Eröffnungsgottesdienst zum Jubiläumsschützenfest um 18.00 Uhr mit Weihbischof Dr. Hofmann, unserem Präses Pfarrer Schmidt und Kaplan Funke in der Brunokirche statt. Nach der feierlichen Messe großer Zapfenstreich vor der Kirche. Danach Abmarsch zum Königshaus von Uschi und Hermann Schmitz am Lüneburger Weg. In dem Zug waren auch unsere Gäste vom Spielmannszug Reute und der Musikverein Attenweiler bei Biberach an der Riß. Wir wurden empfangen an einem schön geschmückten Königshaus mit einer tollen Bewirtung. Zum Dank spielten dann alle Musikgruppen einzeln oder mehrere gemeinsam, wobei die Zeit viel zu schnell verging. Der Oberst drängte auf Abmarsch zum Festzeit. Dort angekommen begrüßte der 1. Chef sogleich nach dem ersten Musikstück alle Anwesenden, die Königspaare und die Ehrenmitglieder. Zu neuen Ehrenmitgliedern ernannte er Heinz Müdder (Richthofen Ges.) und Heinz Vossenack (Grenadier-Ges.). Den Verdienstorden der Bruderschaft erhielten Bernhard Kunz (Richthofen Ges.) und Otto Weidemann (Ges. Hubertus Jäger). Bei Musik und Tanz wurde noch lange gefeiert.

Am Sonntagmorgen ab 06.00 Uhr zog das Marine-Tambourkorps zum Wecken durch Unterrath. Um 10.00 Uhr versammelten sich Vorstand, Stabsoffiziere mit Adjutanten, König Hermann Schmitz, Kronprinz Björn Kirschey und die Freischütz Gesellschaft an der Gaststätte ,,Zur Schmiede", Kalkumer Str. 154, um das Tambour-Korps Duisburg-Buchholz und die Blaskapelle Rheintreue Duisburg-Serm abzuholen. Als Dank für die langjährige Bewirtung an diesen Vormittagen erhielt Heinz Brok ein Bildgeschenk aus dem alten Unterrath mit einer Widmung der Bruderschaft. Das Tambour-Korps Buchholz und die Blaskapelle Serm spielten bereits vor der Schmiede Musikstücke die alle Umstehenden erfreuten. Zügig begleiteten uns die beiden Musikgruppen dann mit viel Musik zur Klinke zum Platzkonzert.

Am Bruderhaus ,,Zur Klinke" hatten sich schon viele Unterrather und andere Freunde und Bekannte eingefunden und swingten bereits zu den Klängen der Climax Band Cologne mit.

Bis nach 13.00 Uhr fand im Jubiläumsjahr im Bereich zwischen Klinke und Hoferhof ein regelrechter Musikwettstreit statt. Es war nur schade, daß bei den räumlich großen Abständen der Kapellen und Musikgruppen die Tonstärke nicht immer gleich sein konnte. Der Musikverein Attenweiler und der Spielmannszug Reute konnten ohne elektronische Verstärkung natürlich in größerer Entfernung nicht so gut gehört werden.

Die Sternzüge trafen um 14.30 Uhr an der Piwipp ein, aber wegen der großen Beteiligung konnten nicht alle Teilnehmer sofort ihren Stellplatz ausmachen. Nach dem Fahneneinmarsch erfolgte die Meldung vom Oberst an die Majestäten und den Vorstand. Das Abschreiten der Front war dieses Mal recht zeitraubend; die Front war nämlich sehr lang, weil viele Gastvereine von fern und nah unsern schönen Festzug begleiteten. Der Zugbeginn war schon eine Augenweide: In der ersten Reihe 5 Pferde mit 3 Obersten und 2 Adjutanten. Es folgten ca. 1300 Schützen, 8 Tambour-Korps, 8 Musikkapellen, 80 Pferde und 7 Kutschen. Im Jubiläumsjahr nahmen natürlich sehr viele Ehrengäste eine einmalige Parade ab und es dauerte sehr lange, bis alle im vollbesetzten Festzelt eingetroffen waren.

Während im Festzeit der 1. Chef Heinz Schulten sofort die Ehrengäste und Gastvereine begrüßte, begannen die Jungschützen schon mit dem Schießen. Am Ende der Begrüßung wandte sich der Chef mit einem besonderen Dank an Oberst und Stabsoffiziere für den schönen Jubiläumsfestzug. Inzwischen ging es am Schießstand um die Kronprinzenwürde. Endlich löste Sven Kirschey (MTK) nach mehreren Durchgängen mit ungünstigen Treffern seinen Bruder Björn ab. Der Jubel war groß.

Ab 21.00 Uhr spielte die Showband Oliver Bendels herrliche Musik für Jung und Alt. Es wurde eine lange Nacht.

Montag, 18.9.00. Den Montagvormittag gestalten die Gesellschaften nach alter Tradition nach ihren eigenen Vorstellungen. Um 14.30 Uhr war das Antreten an der Klinke angesetzt zum Abmarsch ins Festzeit. Nach dem Eintreffen begann das Schießen auf Ehren- und Königsvogel sowie auf Pfänder und das Sternschießen. Um 15.00 Uhr gab es für die Senioren aus Unterrath wieder einen schönen unterhaltsamen Nachmittag mit passender Musik bei Kaffee und Kuchen, den in diesem Jahr die Königin Uschi Schmitz gestiftet hatte. Dazu machte unser König Hermann Schmitz ein lustiges Programm, das er mit bekannten Künstlern gestaltete. Das Pagenschießen fing um 17.30 Uhr an und viele wollten gerne König werden. Aber den richtigen Glückstreffer hatte nur Kerstin Neander, die vorjährige Pagenprinzessin. Zum Pagenprinz erkor sie sich Pascal Rodler (81er).

Viele Zuschauer hatten sich bei schönem Wetter eingefunden, um das Schießen um die Königswürde mitzuerleben. Als Königsanwärter hatten sich gemeldet: Herbert Burghaus (Stamm Ges.), Dieter Groß (MTK), Peter Guntermann (Hubertus Jäger) und Bodo Hentsch (Ges. Marine). Nach etlichen guten Treffern in den einzelnen Durchgängen schoß Herbert Burghaus die Platte von der Stange. Die Freude war groß bei der Stamm Ges., weil sie im Jubiläumsjahr den Regimentskönig stellt. Mit dem MTK und der Kapelle Bendels zog ein kleiner Festzug über den Kirmesplatz ins Festzelt. Mit Applaus wurde der neue König dort empfangen. Auch seine Frau Roswitha freute sich königlich.

Am Abend hieß der erste Programmpunkt: Proklamation der neuen Königspaare. Der Chef Heinz Schulten stellte Herbert Burghaus und seine Frau Roswitha als neues Königspaar vor. Er dankte auch zugleich dem neuen König für 22 Jahre erfolgreiche Tätigkeit als Pagenvater. Als Kronprinzenpaar wurden Sven Kirschey und Alexandra Schulten vorgestellt. Beide Königspaare erhielten bei ihrer Vorstellung lange anhaltenden Applaus. Anschließend wurden auch alle Kompanie-Königspaare vorgestellt, die mit einem Geschenk auf dem Thron Platz nahmen. Gegen 22.00 Uhr, am Ende eines schönen Tages, gab es ein prächtiges Feuerwerk, das die Schausteller gestiftet hatten.

Dienstag, 19.9.00. Um 09.00 Uhr Antreten des Regimentes am Bruderhaus ,,Zur Klinke". Dann Abmarsch zur Kürtenstraße und Vorbeimarsch an Majestäten und Vorstand. Zum Gedenken und zu Ehren unserer Verstobenen und gefallenen Kameraden fand eine Kranzniederlegung in der St. Sebastianus-Kapelle statt. Nach der Gedenk-Stille ordnete sich das Regiment zum Abmarsch ins Festzeit. Viele Gäste hatten sich dort zum ökumenischen Gottesdienst eingefunden, der von unserm Präses Pastor Schmidt und von Pfarrer Grünschlag gestaltet wurde. Dieser Gottesdienst hatte eine besondere Atmosphäre - die Freude zum Danksagen und eine Spur von Wehmut und Zurückhaltung - aber es war ein guter Geist, der da wehte und Verbindung schuf. Die Bruderschaft hatte für Pfarrer Grünschlag ein Abschiedsgeschenk ausgesucht, das ihn hoffentlich noch lange an seine 25 Jahre in Düsseldorf-Unterrath freundschaftlich erinnern wird.

Kurze Zeit später waren am Thron die Unterrather Lehrerschaft, die Polizei (,,dein Freund und Helfer", für uns Schützen in Unterrath gilt das noch) und die katholischen und evangelischen Seelsorger zum Frühstück versammelt. Die Lehrkräfte trafen bei den Pagen viele von ihren Schulkindern und plauderten mit ihnen, es gab auch die eine oder andere Ansprache am Mikrofon. Nach der Begrüßung der Ehrengäste und der Lehrerschaft dankte der Chef Heinz Schulten der Polizei für die gute Betreuung und Abwicklung unseres Festes und bat um Aufmerksamkeit für die Pagenkrönung.

Das Pagenkönigspaar Denis Adams und Kerstin Neander hatte ein sehr schönes Jahr verbracht und sie hatten mit Unterstützung der Eltern auch viele Feste besucht. Ein herzlicher Dank dafür. Nun mußten sie sich von ihren Insignien trennen und diese weitergeben. Bei diesem Wechsel hatte Kerstin einen besseren Part.

Sie hatte beim Schießen das große Glück gehabt, den Königsschuß zu machen und wurde jetzt zum König (zur Königin) gekrönt. Zum Prinz erkor sie sich Pascal Rodler, der sein Glück noch gar nicht richtig zeigen konnte. Beide Paare wurden noch einmal mit großem Applaus überschüttet und alle Pagen im Zelt wurden mit einem Geschenk beglückt. Die Lehrerschaft hatte wie in den Vorjahren zur Pagenkrönung einen Betrag gesammelt, der nun dem Pagenvater für die Belange der Pagen übergeben wurde.

Mit Glückwünschen und Danksagen endete die Krönung, das MTK spielte noch mit der Kapelle Bendels zur Freude der Pagen und leitete damit weiter zum Frühschoppen mit Musikuntermalung.

Mit dem Marine-Tambour-Korps an der Spitze zogen am Abend Königspaare, Vorstand und Stabsoffiziere mit den Damen ins vollbesetzte Festzelt ein. Hier ließ der 1. Chef sogleich die Pagen auf dem Thron das Abschiedsgeschenk für ihren Pagenvater überreichen. Es war ein herzliches Geschenk: Eine Kollage aus Bildern über 20 Jahre Pagenarbeit mit Zinnsoldaten und Patronen. Der Pagenvater freute sich sehr. (Siehe auch Pagenbericht, Seite 59)

Nach dieser kurzen Unterbrechung durch die Geschenkübergabe begrüßte der Chef die anwesenden Gäste und Ehrengäste sowie die anwesenden Ehrenmitglieder herzlich. Nach einer musikalischen Einlage übergab unser Chef Heinz Schulten den heiß umkämpften Glaspokal an den Sieger Helmut Tefke, der ihn mit der höchstmöglichen Ringzahl (30 Ringe) gewonnen hatte. Danach überreichte Ratsherr Jürgen Buschhüter in Vertretung und im Auftrag des verhinderten Oberbürgermeisters Joachim Erwin den Schützenorden der Landeshauptstadt Düsseldorf an Klaus-Peter Ross (Ges. Marine) und Paul Schmitt (MTK), wobei seine Frau Käthe mit einem Blumenstrauß geehrt wurde für das schöne Schmücken in Lichtenbroich.

Der Bezirksvorsitzende des Rheinischen Schützenbundes Rudolf Krell zeichnete Herbert Burghaus und Willi Bonekamp mit der Jubiläumsnadel in Gold des Rheinischen Schützenbundes aus. Aus seiner Hand erhielt Chef Heinz Schulten die große Goldene Verdienstnadel des Rheinischen Schützenbundes. Unseren Oberst Hubert Jeuken ehrte der Rheinische Schützenbund

mit der Verleihung der Jan-Wellem-Medaille in Silber, eine hohe Auszeichnung, die erst 51 mal in Nordrhein-Westfalen verliehen wurde.

Für Björn Kirschey und Kerstin Geschwandtner ging nun ein wunderschönes Jahr als Kronprinzenpaar zu Ende, in dem sie viele neue Freunde gewonnen hatten und bei ihren Auftritten überall gerne gesehen waren. Den großen Dank für die beiden zeigte der riesige Applaus, mit dem sie verabschiedet wurden. Die Insignien, Kette und Diadem, wechselten nun auf das neue Kronprinzenpaar, Sven Kirschey und Alexandra Schulten, die damit gekrönt waren und mit viel Beifall begrüßt wurden.

Auch für Hermann und Uschi Schmitz endete jetzt ein turbulentes und schönes Jahr. Sie haben alle Zweifler eines besseren belehrt. Sie waren eine Werbung für Unterrather Schützenwesen, sie waren ein hervorragendes Königspaar, das auf allen Festen dabei war und mit dem wir viel Freude und Spaß hatten. Vorsichtig wurden die Insignien gewechselt. Herbert und Roswitha Burghaus erhielten nun Kette und Diadem. Sie sind das neue Regimentskönigspaar 2000/01. Wir wünschen den beiden viel Glück und Freude bei der neuen Aufgabe.

Eine Überraschung bot uns der Exkronprinz Björn Kirschey. Er hatte in kurzer Zeit das Fahnenschwenken erlernt und führte sein Programm zur Ehre der alten und neuen Majestäten vor. Es war eine Freude, bei der Ausführung zuzuschauen.

Es folgte die Aufstellung der Fahnengruppen, Stabsoffiziere, Adjutanten und des Marine-Tambour-Korps unter Führung von Raimund Müller und der Kapelle Werner Bendels zum großen Zapfenstreich. Nach der Meldung des Oberst an die Königspaare trat im Zelt absolute Ruhe ein, die während der gesamten Aufführung anhielt.

Danach drängte die Zeit für das Fanfaren Korps Düsseldorf, ihre Aufwartung zu machen.

Die folgende Gratulationscour aller Gesellschaften und Vereine geriet fast zu einer unendlichen Geschichte.

Das Jahr 2000 mit diesem Jubiläumsfestzug war für mich als Oberst ein besonderer Höhepunkt. Wie vorher schon angekündigt war das mein letztes Schützenfest als amtierender Oberst.

Dank sagen möchte ich allen Schützen, Vorstandsmitgliedern, Stabsoffizieren und Adjutanten. Ein besonderer Dank geht an meinen langjähngen Adjutanten Peter Guntermann. Auch sage ich herzlichen Dank der Gesellschaft Hubertus Jäger für das schöne Abschiedsgeschenk.

Oberst

Hubert Jeuken

Das Jubiläumsjahr der Bruderschaft wurde beendet am Samstag, dem 4. November, mit einer Hubertus-Messe mit Jagdhorn Bläsern. Diesen Gottesdienst feierte die Gesellschaft Hubertus Jäger aus Anlaß ihres 75jährigen Jubiläums mit einem anschließenden Empfang im Antoniusheim. Über diesen Empfang lesen sie bitte beim Bericht der Gesellschaft.